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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 52 gefunden auf zeit.de mit Komponist Udo Jürgens, auf welt.de mit IS-Kenner Todenhöfer, auf wiwo.de mit Sprachkritiker Werner, auf fr-online.de mit Weihnachtsprofessor Stegbauer und auf faz.de mit Demenzfilm-Macher Schweiger

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Es kommen jetzt Zeiten, in denen ich mich mehr um meine Kinder und Enkelkinder kümmern möchte.“

Giovanni di Lorenzo von der Zeit interviewte Udo Jürgens anlässlich dessen 80. Geburtstages am 30. September. Der Text ist ein Gang durch Jürgens‘ bewegtes Leben – voller Melancholie, Tiefsinn und Hoffnung. Gegen Ende erzählt der große Komponist und Sänger, dass er kürzlich gesundheitliche „Warnschüsse“ bekommen hat und nun mehr Zeit seiner Familie widmen will. Warum lesen? Weil gerade die letzten Antworten in diesem Interview nach Jürgens‘ Tod am 21.12. eine besondere Bedeutung bekommen. Die Lektüre des Gesprächs könnte ein Warnschuss für alle sein, die sich immer erst dann mehr um ihre Kinder und Enkel kümmern wollen, wenn sie noch älter sind.

 

„Was würden sie von einem Richter halten, der sagen würde, mit einem angeklagten Mörder rede er nicht?“

Tim Röhn von der Welt sprach mit Publizist Jürgen Todenhöfer, der mit seinem Sohn durch das Herrschaftsgebiet des IS („Islamischer Staat“) gereist ist. Es ging um Todenhöfers Motive, die Angst der Familie daheim, seine Erkenntnisse über den IS und seine Führer sowie um die „Terror züchtende“ US-Armee. Warum lesen? Weil allein schon Todenhöfers Mut mit Lesezeit belohnt werden muss. Und weil der Mann weiß, wovon er redet.

 

„In Wahrheit ist diese Sprache angstbesetzt.“

Christopher Schwarz von der Wirtschaftswoche sprach mit Philosoph Jürgen Werner über die fantasielose Sprache von Wirtschaftsmanagern, die Dominanz der Zahlen, psychologische Gründe dafür, verrutschte Metaphern und kontraproduktiven Selbstschutz. Warum lesen? Weil diese Sprache irreführend, ansteckend und deshalb schädlich ist. Dieses Interview macht sensibel dafür.

 

„Um die Atmosphäre an Weihnachten nicht zu stören, sind wir nicht ehrlich.“

Hannah Weiner von der Frankfurter Rundschau  sprach mit Soziologieprofessor Christian Stegbauer über weihnachtliche Rituale. Warum lesen? Weil es beruhigend ist zu erfahren, dass das, was wir gerade wieder vor und an Heilig Abend getrieben haben, zwar häufig komisch, aber offensichtlich normal ist.

 

„Es kann jeden erwischen.“

Christian Aust von der FAZ   interviewte Filmemacher Til Schweiger über Demenz, Liebe zum Vater, Feigheit vor Selbsttötung, herumschwirrende Seelen, Hoffnung und idiotische Mitmenschen. Warum lesen? Weil man dadurch noch besser versteht, dass es Schweiger auch mit seinem neuen Film bei aller Komik richtig ernst meint.

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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