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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 51 gefunden auf sz-online.de mit Winfried Stöcker außer Rand und Band, auf faz.net mit Doping-Kronzeugin Stepanowa, auf zeit.de mit HSV-Geldgeber Kühne, auf welt.de mit Hartz-IV-Namensgeber Peter und auf pr-online.de mit Islamkenner Schneiders

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Vor 20 Jahren haben sich die Neger in Ruanda millionenfach abgeschlachtet. Hätten wir die alle aufnehmen sollen?“

Frank Seibel von der Sächsischen Zeitung  „interviewte“ per E-Mail Winfried Stöcker, einen Lübecker Medizinprofessor, Biotechnologie-Unternehmer (Euroimmun AG) und Kaufhaus-Investor (in Görlitz). Dieser hat in seinem Kaufhaus ein Benefiz-Konzert für Flüchtlinge verboten und Fragen der Redaktion dazu haarsträubend beantwortet. Warum lesen? Weil man so etwas höchst selten zu lesen bekommt. Zugespitzt gesagt: Stöcker muss im Rausch gewesen sein. Und die  nachträgliche Erklärung zum E-Mail-Interview schrieb er vielleicht, als er wieder nüchtern war? Und was ist von den   Erklärungen ausländischer Mitarbeiter in Stöckers Firma zu halten? Unerklärliche Geschichte …

 

„In Russland sagt man: Gesetze sind dazu da, gebrochen zu werden.“

Michael Reinsch von der FAZ   sprach mit Julija Stepanowa, einer russischen Spitzen-Leichtathletin, die wegen Dopings gesperrt ist und als Kronzeugin gegen das Dopingsystem in Russland aussagt. Es geht um ihre eigenen Dopingspritzereien, gewissenlose Funktionäre und wirkungslose Anti-Doping-Maßnahmen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Warum lesen? Weil ehrlicher Sport auf Top-Niveau eine Illusion zu sein scheint und Athleten, die das offen ansprechen und sich deshalb sicherheitshalber aus ihrer Heimat verziehen müssen, ein paar Minuten unserer Lesezeit verdient haben.

 

„Auf seiner Jacht war ich nie. Er war auf meiner.“

Hanna Grabbe und Marc Widmann   sprachen mit Logistikunternehmer und Milliardär Klaus-Michael Kühne, der „als Hobby“ Millionen in den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV pumpt. Es ging natürlich um diese„Leidensgeschichte“, aber auch um störende Fahrradwege in Hamburg, den von ihm betriebenen Bau eines Luxushotels an der Alster, seinen persönlichen Sparzwang und um „kalte Füße“ Hamburger Kaufleute. Warum lesen? Weil Kühne, der auf Bildern wie ein Betonklotz wirkt, ein wenig von seinem weichen Kern offenbart.

 

„Die Bundesregierung sollte Erkenntnisse der Verhaltensforschung anwenden.“

Flora Wisdorff von der Welt  interviewte Peter Hartz, der als Namensgeber von Hartz IV zur Hassfigur vieler Arbeitsloser geworden ist. Gesprächsthemen: „Armut per Gesetz“, Fehler bei der Reformumsetzung, machtlose Fachleute, lobbygesteuerte Machtpolitiker, Gruppentherapien für Langzeitarbeitslose und das Gute an „Big Data“. Warum lesen? Weil der Mann zu Unrecht als Armenmacher verschrien ist und jede Menge Zeit in soziale Projekte steckt, die Hartz-IV-Empfängern weiter helfen.

 

„Es gehört zu Salafisten, sich als Opfer darzustellen.“

Laura Schamateit von der Rheinischen Post   sprach mit Islamwissenschaftler Thorsten G. Schneiders über Salafismus in Deutschland, Probleme von Journalisten mit Mönchengladbacher Salafisten, die Salafisten-Pegida-Spirale gegenseitiger Hetze, Frauen, die sich zu Salafisten hingezogen fühlen und über die deutschen Szene-Führer Pierre Vogel und Sven Lau. Warum lesen? Weil Schneiders Probleme und Mechanismen unaufgeregt auf den Punkt bringt.

 

  Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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