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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 48 gefunden auf stern.de mit „Herbie“ Grönemeyer, auf otz.de mit Karl Mays „Nachlassverwalter“, auf tagesspiegel.de mit „Russlandversteher“ de Maizière, auf ksta.de mit Klartexter Antwerpes, auf fr-online.de mit Zivilcourage-Spezialist Goldberg und Quotenmessungskritiker Scrobel sowie auf handelsblatt.de mit Doktor-Gegner Kramer.

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Wir leben in einer Kultur der Folgsamkeit.“

Hannes Roß und Andrea Ritter vom Stern sprachen mit Sänger Herbert Grönemeyer über die Big-Brother-Kultur des Sich-Zeigen-Wollens, die bequem gewordenen Deutschen, Einlull-Merkel und ruhrpottliche Zuverlässigkeit. Warum lesen? Weil Grönemeyers Blick aus dem Fenster seines Künstlerdaseins einigen Nachdenkstoff gibt.

 

„3,8 Millionen Auflage – allein bei Winnetou I“

Wolfgang Hirsch von der Ostthüringer Zeitung interviewte Bernhard Schmid, Chef des Bamberger Karl-May-Verlags. Es ging um Kinder- und Erwachsenenbücher des weltweit meistgelesenen deutschen Autors, um Verdienste jenseits von Winnetou und Old Shatterhand und um Konkurrenz durch E-Books. Warum lesen? Weil das Gespräch Wissenswertes über Mays Lebenswerk und – kurz vor Weihnachten – einige Geschenkideen vermittelt.

 

„Ich hätte es gut gefunden, wenn Angela Merkel das Gespräch mit mir gesucht hätte.“

Claudia von Salzen vom Tagesspiegel sprach mit Lothar de Maizière, Chef des Petersburger Dialogs, über die Russland-Politik der EU und über Kritiker aus der Politik, die den Petersburger Dialog reformieren wollen. Warum lesen? Weil in diesem Gespräch ein „Russlandversteher“ ausnahmsweise einmal neutral befragt wird (zumindest macht der Text den Eindruck). De Maizière war der erste frei gewählte und zugleich letzte DDR-Ministerpräsident. Seine Sprecherin damals war Angela Merkel. Er ist ein Cousin des aktuellen Bundesinnenministers Thomas de Maizière.

 

„Ich habe sehr wenige Fehler gemacht.“

Andreas Damm vom Kölner Stadt-Anzeiger interviewte Kölns berühmt-berüchtigten Ex-Regierungspräsidenten Franz-Josef Antwerpes. Dabei lässt sich Antwerpes über „tüdelige“ Gesprächspartner aus, die er für die Aachener Zeitung interviewt, preist seine Marmeladenrezepte, frönt der von ihm gewohnten „Schulmeisterei“ und kritisiert die Kölner Verwaltung. Warum lesen? Weil der stets umstrittene Antwerpes immer noch das ist, was er immer war: ein echter Typ und Klartexter.

 

„Vier Meter Abstand sollte man halten.“

Georg Leppert von der Frankfurter Rundschau sprach mit Frank Goldberg, Präventionsrat der Stadt Frankfurt am Main. Anlass war der Tod der vor zwei Wochen niedergeschlagenen Tugce A. in Offenbach. Es geht um Handwerkszeug für Zivilcourage. Warum lesen? Weil Goldberg kurz und schmerzlos erklärt, wie wir potenziellen Opfern helfen können, ohne selbst Opfer zu werden. Klare Anweisungen. Echter Nutzwert für eine wichtige Sache.

 

„Ich befürchte eine flächendeckende Verdummung.“

Katja Thorwarth von der Frankfurter Rundschau interviewte Gert Scrobel, der auf 3Sat das Wissensmagazin „Scrobel“ leitet. Im Gespräch kritisiert er die Zuschauerquote als Qualitätsindiz und schlägt eine Alternative vor. Warum lesen? Weil Scrobel daran erinnert, an welchen Dummheiten wir uns im TV orientieren.

 

„Der Dr. med. ist akademische Ramschware.“

Christof Kerkmann vom Handelsblatt interviewte Bernd Kramer, Autor des Buchs „Der schnellste Weg zum Doktortitel“, der den Dr. am liebsten abschaffen würde. Ein Gespräch über eine überschätzte Elite und Ghostwriter-Preise. Warum lesen? Weil der Interviewte ein etabliertes Statussymbol mutig in Frage stellt.

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”. Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

 

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