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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 47 gefunden auf sueddeutsche.de mit zwei Alexanders (Stirn und Gerst), auf spiegel.de mit „Nightcrawler“-Regisseur Gilroy, auf rp-online.de mit einer Toten Hose, auf spiegel.de mit IS-Fan Erhan A. und auf zeit.de mit der unruhigen Frau Paulhofer

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Wenn man von außen auf den Planeten schaut, dann ist es völlig grotesk, dass wir uns gegenseitig bekriegen.“

Alexander Stirn interviewte ISS-Raumfahrer Alexander Gerst für die Süddeutsche Zeitung. Es ging um farbige Prachten, wichtige Experimente, peinliche Situationen im All. Warum lesen? Weil der eine Alexander die Wissenschaft wunderbar einfach erfragt und der andere Alexander ziemlich geerdet antwortet. Das ist mal ein Text, der für Ausgewachsene und Grundschüler gleichermaßen taugt. Klasse!

 

„… allein auf ihren persönlichen Profit und Vorteil ausgerichtet.“

Andreas Borcholte vom Spiegel sprach mit Drehbuchautor und Neu-Regisseur Dan Gilroy über dessen Film „Nightcrawler“. Darin wird ein TV-Freelancer zum Manipulator und Mörder, um die Sensationslust seiner Auftraggeber zu befriedigen – und das mit bestem Gewissen. Warum lesen? Weil sich in Gilroys Hauptfigur die Selbstoptimierungsgesellschaft spiegelt und Gilroy zeigen will, wie Angebot und Nachfrage unser Leben bestimmen. Also Interview lesen und dann rein in den Film! Ist seit dem 13. November in den Kinos.

 

„Wir sind nicht mehr hier, um zu spalten. Heute wollen wir verbinden.“

Philipp Holstein von der Rheinischen Post sprach mit der Toten Hose Campino und Band-Biographie-Autor Philipp Oehmke über Campinos Prägung durch seine Vorgarten-Eltern, über das gespaltene Deutschland, Müsli-Gemütlichkeit, Mainstream und falsche Interpreten der richtigen Lieder. Warum lesen? Weil die Hose was zu sagen und es – für die erst relativ spät gemainstreamten unter uns – beruhigend ist zu wissen, dass selbst große Punks irgendwann sympathisch stino werden.

 

„Wenn ich den bericht lese und es ist doch wieder krum dann erst das mit vernichten Verstehen sie“

Hasnain Kazim vom Spiegel hat mit Abdul Aziz At-Turki alias Erhan A. gechattet. Der 22-Jährige war im Oktober von bayerischen Behörden in die Türkei abgeschoben worden, nachdem er sich in einem  Interview mit dem SZ-Magazin (Best of Interviews, KW 40) etwas zu offen zum „Islamischen Staat“ bekannt hat. Im Chat-Interview mit Hasnain Kazim geht’s nun um die umstrittene Äußerung von A., er würde für seinen Glauben sogar seine Eltern töten. Warum lesen? Weil’s spannend, bedenklich und beklemmend ist. Was ist mit diesem Erhan eigentlich wirklich los? Hasnain, kriegen Sie auch das noch raus?

 

„Eigentlich sehne ich mich nach Ruhe, aber wenn sie da ist, kann ich sie nicht aushalten.“

Ijoma Mangold von der ZEIT sprach mit der Regisseurin Christina Paulhofer für die Interviewserie „Das war meine Rettung“ im ZEITmagazin. Es ging um ihre Sehnsucht nach Ruhe, ihre geplatzte Hochzeit und das Zurück in die Unruhe. Warum lesen? Weil Frau Paulhofer einem leidtun kann. Denn es bleibt die Frage: War das wirklich ihre Rettung? Herr Psychologe und Mangold-Kollege Levitan, was meinen Sie?
Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”. Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

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