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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 46 gefunden auf handelsblatt.com mit House of Cards – Brain Dobbs, auf westfalen-blatt.de mit AfD-Schweiger Lucke, auf zeit.de mit den Krautreportern Fischer und Weber, auf bild.de mit “3nach9“-Interviewer di Lorenzo, auf morgenpost.de mit Kohls Leibarzt Möbius, auf wn.de mit zwei Sterbebegleiterinnen und auf tz.de mit FC-Bayern-Motzki Sammer

 

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Ich fürchte, dass moderne Politiker viel zu sehr geliebt werden möchten.“

Silke Wettach von der Wirtschaftswoche  interviewte Michael Dobbs, der früher Berater der englischen Premierministerin Margaret Thatcher war, später die Erfolgsserie House of Cards entwickelte und heute wieder Regierungsberater ist. Es ging um rohe Politik, besessene Politiker und die Rolle der Medien im Politikgeschäft. Warum lesen? Weil hier große Politiker zu normalen Menschen schrumpfen und Leser hinter die Kulissen der Macht schauen können.

 

13 Fragen ohne Antworten!

Kerstin Eigendorf, Thomas Hochstätter und Ulrich Windolph vom Westfalen Blatt sprachen mit AfD-Bundessprecher Bernd Lucke. Das Besondere an der Schriftversion des Interviews: Bei den 13 Fragen fehlen die Antworten. Darin ging es um rechte Tendenzen in der AfD und Luckes Umgang damit. Warum lesen? Weil die fehlenden Aussagen viel Interpretationsspielraum lassen, Lucke der Partei mit seinem Verhalten keinen Gefallen getan hat und die Redaktion für die Veröffentlichung der unbeantworteten Fragen Respekt verdient hat. Hier auch ein Newsroom-Interview dazu.

 

„Das innovative Moment ist der intensive Dialog mit der Crowd.“

David Schmidt von der ZEIT sprach mit Frederik Fischer und Jessica Weber, die beim neuen Onlinemagazin Krautreporter den Dialog mit den Lesern verantworten. Ein Gespräch über das Krautreporter-Geschäftsmodell, Journalismus als Bindemittel zu zahlenden Kommentatoren und „Netiquette“. Warum lesen? Weil es heutzutage zum Geschäftsmodell eines jeden Journalisten gehören sollte, sich über neue journalistische Geschäftsmodelle schlau zu machen.

 

„Wenn man einmal falsch loslegt, bekommt man das nicht mehr korrigiert.“

Bianca Weiner von der (Bremer) BILD interviewte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo über 40 Jahre „3nach9“, die Talk Show von Radio Bremen, bei der di Lorenzo moderiert. Es ging um (im Laufe der Jahrzehnte) veränderte Interviewpartner, Anzeichen für gelungene Gespräche, seine Wunschinterviewpartner und vergeigte Gespräche. Warum lesen? Weil di Lorenzo unter anderem auf den Punkt bringt, worauf es in guten Interviews ankommt.

 

„Da kamen dann Antworten wie ‚Red doch keinen Quatsch, halt die Schnauze‘.“

Hajo Schumacher interviewte für die Berliner Morgenpost Helmut Kohls langjährigen Leibarzt Walter Möbius. Die beiden vollzogen thematische Sprünge – von allerlei Politikern zum Altkanzler über vier RAF-Terroristen bis hin zu Schamanen im brasilianischen Urwald. Warum lesen? Weil das Gespräch eine überraschende, informative und unterhaltsame Mischung aus Politik-, Geschichts- und Medizinstunde ist. Nebenbei bemerkt: Ausnahmsweise wird in diesem Beitrag Kohls Ehefrau Maike Kohl-Richter nicht als feuerspuckender Hausdrachen dargestellt, der Kohl vom Rest der Welt abschirmt.

 

„Auch im Hinblick auf unsere Vergangenheit dürfen wir nie wieder zu einem solchen Missbrauch kommen.“

Monika Gerharz von den Westfälischen Nachrichten sprach mit Gabi Bernhard-Hunold und Ida Gerdemann vom Malteser Hospizdienst über aktive Sterbehilfe, ärztliche Suizid-Assistenz, wechselhafte Patienten und Gewissensfragen. Warum lesen? Weil das 2015 zu erwartende Gesetz zur Hilfe bei Freitod jeden angeht.

 

„Image ist Schein. Wollen Sie mehr Schein oder mehr Sein?“

Michael Knippenkötter und Sven Westerschulze von der Münchner TZ  interviewten Matthias Sammer, Sportvorstand des FC Bayern München. Es ging um seine Arbeitsweise, sein „Motzki“-Image, seine Ängste, aber auch um Trainer Pep und die bayerische Fankultur. Warum lesen? Weil’s für Bayern-Fans Pflichtlektüre ist – und für Bayern-Jäger sein sollte 😉

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

 

 

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