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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 45 gefunden auf rundschau-online.de mit Eifel-Visionär Schäfer, auf freitag.de mit Geheimdienstkritiker Müller-Heidelberg, auf berliner-zeitung.de mit DDR-Kennerin Geipel, auf fr-online.de mit Unwort-Jurymitglied Janich und auf wiwo.de mit Bankräuber Massat

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Wir wissen nun: Die Eifel ist die Eifel.“

Klaus Pesch von der Kölnischen Rundschau sprach mit dem Geschäftsführer der Zukunftsinitiative Eifel, Klaus Schäfer, über „Visionen“ für die Eifel, über Dinge, die nicht auf den Punkt gebracht wurden, und Dinge, die angeblich auf den Punkt gebracht wurden. Warum lesen? Weil der Interviewer gut nachgehakt hat und der Interviewte nicht auf den Punkt bringen konnte, wofür eine Eifel-Werbung-Agentur 100.000 Euro bekommt. Ein Fall für den Rechnungshof?

 

„Diese sogenannte Vorfeldaufklärung ist schlicht ein Mythos.“

Felix Werdermann vom Freitag interviewte den Juristen und Geheimdienstkritiker Till Müller-Heidelberg über den Unterschied von Verfassungsschutz und Polizeiarbeit, überflüssige Geheimdienstler und verfassungswidrige Konsequenzen aus den NSU-Morden. Warum lesen? Weil der deutsche Verfassungsschutz seit den NSU-Morden zu Recht hinterfragt wird.

 

„Nichts ist so sehr sozialer Tod wie bei der Stasi gewesen zu sein.“

Christina Bylow von der Berliner Zeitung sprach mit Ines Geipel, früher DDR-Topleichtathletin und heute Professorin an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. Es ging um divergierende Gefühle verschiedener Ost-Generationen, Geipels Stasi-Vater, Leistungssport und Sprache. Warum lesen? Weil Bylow und Geipel inmitten der Jubel-Interviews rund um das Mauerfall-Jubiläum einfühlsam artikulieren, welch schmerzliche Nebenwirkungen das Jahrhundertereignis für viele Ostler hatte und hat.

 

„Die häufigsten Einsendungen kommen zu Wörtern, die keine großen Chancen haben.“

Julia Hildebrandt von der Frankfurter Rundschau interviewte die Linguistik-Professorin Nina Janich, die seit 2001 der Jury für das „Unwort des Jahres“ angehört. Janich berichtet über skurrile Bürgervorschläge, den Auswahlprozess und überraschende Ergebnisse. Warum lesen? Weil wir hier kurz und schmerzlos erfahren, was hinter so schönen Wörtern wie „alternativlos“, „Dönermorde“ und, ja, „Bachelorarbeit“ steckt.

 

„Die Arbeit im Gefängnis wird leider nicht auf die Rente angerechnet.“

Mark Fehr von der Wirtschaftswoche sprach mit Ex-Bankräuber, Langzeitknasti und Vortragsredner Siegfried Massat über dessen beruflichen „Erfolg“, Tresor-Aufschweißen im Schichtbetrieb und abgesägte Schrotflinten. Zudem kommt Massats Geschäftspartner Rainer Hannich zu Wort, ein Sicherheitsberater für Banken. Warum lesen? Weil das Interview originell für einen Wirtschaftstitel und leicht zu konsumieren ist. Wie im Film eben.

 

* Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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