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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 43 gefunden auf morgenpost.de mit Gehirnprogrammierer Eden, auf stuttgarter-zeitung.de mit NSU-Rechercheur Schorlau, auf zeit.de mit der verzweifelten Ludmilla und ihren Söhnen, auf welt.de mit „Hassprediger“ Nuhr und auf zeit.de mit einem Naked Handstander

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick. (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick. (Foto: MMD)

 

„Letztlich wird unser Gehirn gegen den Computer verlieren.“

Thomas Heuzeroth von der Berliner Morgenpost   sprach mit Hightech-Forscher Mooly Eden über Computer in menschlichen Körpern, Clouds als Gehirnerweiterung und „akkurat“ programmierte Liebe. Warum lesen? Weil das Interview zeigt, dass sogenannter technischer Fortschritt zur „faszinierenden“ Programmierbarkeit von Menschen führen könnte.

 

„Dass Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gemeinschaftlich Selbstmord begangen haben, glaube ich nicht mehr.“

Roland Müller von der Stuttgarter Zeitung   interviewte Politik-Thriller-Autor Wolfgang Schorlau, der über die NSU-Morde und die Rolle des deutschen Verfassungsschutzes recherchiert, um mit dem Stoff ein Buch zu schreiben. Warum lesen? Weil das, was „Verschwörungstheoretiker“ schon länger behaupten, in diesem Interview von einem renommierten Schriftsteller gestützt wird. Interessant wäre noch gewesen, warum Interviewer Roland Müller einige Fragen so formuliert hat, dass Leser den Eindruck bekommen können, er nehme Schorlaus Antworten nicht ganz ernst.

 

„Der eine Sohn ist Separatist, der andere Faschist – was machst du da?“

Steffen Dobbert von der ZEIT  interviewte die verzweifelte Ukrainerin Ludmilla und ihre Söhne Iwan und Michael über Wladimir Putin, verständnislose Nachbarn und Gründe von Durchschnittsukrainern, für oder gegen die Russen zu sein. Warum lesen? Weil sich hier wieder zeigt, dass die Welt auf der Straße einfacher als in den Nachrichten ist. Oder was schlussfolgert man, wenn ein ukrainischer Polizist pro Putin ist, weil er als russischer Polizist später mehr Rente bekäme?

 

„Das hängt eben damit zusammen, dass wir ausländerfreundlich sein wollen.“

Reinhard Mohr von der Welt am Sonntag  interviewte Kabarettist Dieter Nuhr über die Anzeige eines Islamisten gegen ihn, Wertekonflikte in der deutschen Gesellschaft, bedrohte Bürgerrechte und unsolidarische Kabarettkollegen. Warum lesen? Weil Leserreaktionen zeigen, dass Nuhr offenbar vielen Leuten aus der Seele spricht – ein Stimmungsbild.

 

„Der Kamera zeige ich immer nur den Hintern, nie das Gesicht.“

Moritz Baumstieger von der ZEIT   sprach mit einem Exhibitionisten, der sich vor Sehenswürdigkeiten nackt auf die Hände stellt, von einem Freund fotografieren lässt und die Bilder ins Internet stellt. Es geht um Motive, Gefühle der Freiheit und Blutstaus im Kopf. Warum lesen? Weil Leser bei diesem Interview einfach mal lachend den Kopf schütteln können.

 

*   Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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