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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 42 gefunden auf sueddeutsche.de mit der Tochter des KZ-Mörders Göth, auf berliner-zeitung.de mit Politikgeschwafel-Analyst Willemsen, bei shz.de mit Star-Dirigent Nagano, auf wn.de mit Pelzig und auf spiegel-online.de mit Harry

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick. (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick. (Foto: MMD)

 

„Ich habe nichts aufgearbeitet. Das geht gar nicht.“

Wieder ein ganz starkes Interview im SZ-Magazin: diesmal von Thomas Bärnthaler mit Monika Göth. Sie ist die Tochter des KZ-Kommandanten und Massenmörders Amon Göth, der durch den Film „Schindlers Liste“ bekannt geworden ist. Im Interview erzählt sie über den schwarzen Schatten ihrer Familie, die vielen Gesichter ihrer Scarlett O’Hara – Mutter und ihre Freundschaft zu Juden, die sie auch hassen könnten. Warum lesen? Weil das Gespräch abstoßend und faszinierend zugleich ist – und erahnen lässt, wie erdrückend die Erblasten der Kriegskinder-Generation sein müssen.

 

„Eine Farce.“

Markus Decker von der Berliner Zeitung sprach mit Publizist Roger Willemsen, der ein Jahr lang Sitzungen des Bundestags besucht und darüber das Buch „Das hohe Haus“ geschrieben hat. Im  Interview berichtet er über selbstherrliche Abgeordnete, Politiker-Floskeln und die Hinhalte-Strategie von Kanzlerin Angela Merkel. Warum lesen? Weil Willemsen die alltägliche Schwafelei unserer (Volks?)Vertreter auf den Punkt bringt.

 

„Die Bedrohung der klassischen Musik ist das Ergebnis eines gravierenden Wertewandels.“

Chris Melzer vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag  interviewte Stardirigent Kent Nagano über dessen Kritik am „Zeitalter ökonomischer Obsession“, den Verlust an Inspiration in der Gesellschaft und bornierte Bildungspolitik. Warum lesen? Weil Kent Nagano dem Ökonomisierungswahn bedenkenswert contra gibt.

 

„Pelzig wäre bei der Bundeswehr schon an der Urin-Probe gescheitert.“

Carsten Vogel von den Westfälischen Nachrichten  interviewte ZDF-Interviewer Frank-Markus Barwasser („Pelzig hält sich“) über dicke Männer in der Sauna, fränkische Würste, „Bauer sucht Frau“ und seine Interviewvorbereitung. Warum lesen? Weil Barwassers intelligenter Humor auch fein zu lesen ist.

 

„Ich konnte dem Horst das Wasser reichen!“

Katja Iken vom Spiegel sprach mit Schauspieler Fritz Wepper über die 1998 eingestellte ZDF-Serie „Derrick“, in der Wepper fast ein Vierteljahrhundert lang den Assi von Horst Tappert mimte. Warum lesen? Weil das Interview eine sympathische Hommage an die weltweit meistverkaufte deutsche Fernsehserie ist.

 

* Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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