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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 09 gefunden bei meedia.de mit Ex-Wiwo-Chef Tichy, bei focus.de mit Tsipras-Versteher Sinn, bei noz.de mit Musiker Kunze, bei zeit.de mit der ahnungslosen Frau Güclü, bei spiegel.de mit Fotograf Zellner und bei wiwo.de mit den „Mad Business“-Autoren Bartussek und Weyergraf

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Hier entstehen viele kleine, feine Abhängigkeiten.“

Marvin Schade von der Handelsblatt-Tochter meedia.de sprach mit dem ehemaligen Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Roland Tichy. Es ging um den neuen Compliance-Kodex von DAX-Konzernen für den Umgang mit Medien, um stille Sünder in Redaktionen, den auslaufenden Anspruch auf journalistische Sondermoral, Medienkritik im Internet und die „schreiend komische“ taz. Warum lesen? Weil Tichy die Veranstaltungsgeschäfte renommierter Medien in Frage stellt.

 

„Das ist Insolvenzverschleppung, sonst gar nichts.“

Frank Mertgen und Hans Sedlmeyer von Focus Money interviewten Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, über Griechenland und die europäische Geldpolitik. Dabei erläutert der Top-Ökonom, warum er Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras versteht, weshalb das Land den Euro aufgeben sollte und wieso potenzielle Verluste von Staatshilfen nicht durch den Austritt aus der Euro-Gruppe, sondern durch den Verbleib darin entstehen. Warum lesen? Weil Sinn europäische Visionen mittels Fakten ad absurdum führt.

 

„Ich habe nicht einmal einen Internetanschluss.“

Tom Bullmann von der Neuen Osnabrücker Zeitung sprach mit Musiker Heinz Rudolf Kunze über Kunzes Kritik am Zustand der Welt, über die Wirkungslosigkeit seiner Kritik, über den heutigen „Dreck“ an Popmusik und über Ponderosa (junge Menschen: bitte googeln). Warum lesen? Weil Pessimist Kunze optimistisch genug ist, sich treu zu bleiben.

 

„Ich habe mich im Vorfeld nicht über die Veranstalter informiert.“

Christoph Twickel von Zeit online interviewte die Hamburger Grünen-Politikerin Nebahat Güclü. Es ging um ihre Rede vor einem umstrittenen türkischen Verein, Versuche ihrer Partei-„Freunde“, sie deshalb aus der Partei zu werfen, und um ihre Gegenwehr. Warum lesen? Weil hier Naivität (von Güclü) mit Aktionismus (der lieben Partei-„Freunde“) bestraft werden soll und die Geschichte ein feines Intrigantenstadl herzugeben scheint.

 

„Ich glaube, viele sind auf der Suche nach Identität.“

Kristin Haug von Spiegel online sprach mit Fotograf Sven Zellner über reiche und arme Mongolen, Drohungen scheuer Motive, Champagner für 18000 Euro, goldene Uhren und vermoderte Matratzen in der Kanalisation von Ulan Bator. Warum lesen? Weil Zellner es für sein Fotoband verdient hat.

 

„Das eigene Wohl steht leider sehr oft vor dem Wohl des Unternehmens.“

Ferdinand Knauß von der Wirtschaftswoche interviewte die Ex-Manager Jörg Bartussek und Oliver Weyergraf, die das Buch „Mad Business“ geschrieben haben. Darin geht es um „Egomanen und Soziopathen“ im Management von Unternehmen. Drei Dutzend Manager verschiedener Hierarchieebenen haben die Beiden dafür interviewt. Warum lesen? Weil die Autoren die (so nicht gestellte) Frage danach, ob nun eher die Besten oder eher die besten Blender Chef werden, aus ihrer Sicht deutlich beantworten.

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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