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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 05 gefunden auf heise.de mit Objektivität-im-Journalismus-Forscherin Mothes, auf fr-online.de mit der schnellen Ratte Raddatz, auf spiegel.de mit dem erschütterten Schoendorf, auf abendblatt.de mit zwei Pfeifen, auf zeit.de mit Klopp-Klopper Eilenberger, ebenfalls auf zeit.de mit Merkel-Klon Scholz und auf wiwo.de mit Machtmensch Koch

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Subjektivität und Einseitigkeit in der Berichterstattung haben wirtschaftlichen Wert.“

Zunächst mal kein Zeitungsinterview: Marcus Klöckner von heise.de sprach mit Kommunikationswissenschaftlerin Cornelia Mothes anlässlich ihrer Studie zum journalistischen Anspruch der Objektivität. Es ging um Bürgererwartungen, subjektive Redakteure und Mühen der Branche. Warum lesen? Obwohl der Interviewer den Text hätte besser verschriftlichen müssen: Weil längst eine Debatte zum Thema laufen sollte, die unsereins aber lieber vermeidet.

 

„Wir leben in einer Zeit des pseudo-informierten Analphabetentums.“

Arno Widmann von der Frankfurter Rundschau interviewte Ex-Zeit-Feuilleton-Chef und Romancier Fritz J. Raddatz über sein neues Buch „Jahre mit Ledig“ (gemeint ist Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt), eine finstere Reise in die Vergangenheit (die amüsant ist), Lady Chatterly, offene Hemden, Dummheit der Medien, einen traurigen „Ficker“ und über wahre Kultur. Warum lesen? Weil der alte Mann nach wie vor klüger als die meisten jungen ist.

 

„Dies ist das größte Problem, was ich jemals gesehen habe.“

Astrid Maier und Andrea Rungg vom Manager Magazin interviewten Silicon-Valley-Kenner Joe Schoendorf über die Folgen der Robotisierung. Es ging um unnütz werdende Arbeitskräfte, falsche Politik und Kulturwandel in der digitalen Welt. Warum lesen? Weil Artikelproduzenten wie Journalisten vielleicht besser auf „was mit IT“ umschulen sollten.

 

„Man sieht eine Verrohung der Sitten.“

Andreas Hardt vom Hamburger Abendblatt sprach mit den Fußball-Schiedsrichtern Patrick Ittrich und Norbert Grudzinski. Es ging um Fußball als Spiegelbild der Gesellschaft, mangelnden Respekt, Alltagsorganisation im Spielbetrieb, unfaire Bundesligakicker und die gute, alte Premier League. Warum lesen? Weil die Interviewbeteiligten bemerkenswert in die Tiefe gehen.

 

„Artikulationsverbote, totale Gemeinschaftssuggestion, unbedingter ErIöserglaube“

Ja liegt die Wahrheit nochmal auf’m Platz? Oliver Fritsch von der Zeit interviewte Philosoph und Fußballfreak Wolfram Eilenberger über die Sekte Borussia Dortmund und deren Trainer Jürgen. Klopp kriegt von Erlenberger heftig auf den Kopp – und das auch noch gut begründet. Warum lesen? Weil es um mehr als Fußball geht.

 

„Wir haben 11.000 Mitglieder. Ich mag alle.“

Frank Drieschner und Marc Widmann von der Zeit sprachen mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz über seine Angelamerkelartigkeit. Warum lesen? Weil es hier vor allem die Fragen sind, die das Interview lesenswert machen. Aber irgendwann lässt auch Scholz einen mal schmunzeln.

 

„Der Begriff Macht ist für die Kommunikation kaum geeignet.“

Torsten Riecke und Rüdiger Scheidges vom Handelsblatt interviewten Ex-Bilfinger-Boss und Ex-Ministerpräsident Roland Koch über Macht in Politik und Wirtschaft. Warum lesen? Weil Koch hinter die Kulissen der Macht und in seinen Kopf blicken lässt.

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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