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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 02 gefunden auf YouTube mit Charlie-Hebdo-Chef Charbonnier (†), auf brandeins.de mit Stadtplaner Gehl, auf wiwo.de mit Gesellschaftsforscher Streeck, auf faz.net mit Kämpferin Pechstein, auf freitag.de mit Hirnforscher Hüther und auf welt.de mit Nasskatze Bär.

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

Im Gedenken an die am 07. Januar ermordeten Redakteure der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und der anderen Opfer ausnahmsweise kein geschriebenes Interview, sondern eines vor der Kamera mit dem ebenfalls getöteten Chefredakteur Stephane „Charb“ Charbonnier.

 

„Die Stadtplanung der vergangenen fünf Jahrzehnte hat zigtausende Menschenleben gekostet.“

Harald Willenbrock von brand eins interviewte Jan Gehl, einen der besten Stadtplaner der Welt. Es ging um Lebensqualität, „beschissene“ Architekten, erstickte Städte, unüberspringbaren Wahnsinn und Bücher als Türöffner. Warum lesen? Weil dieses Interview reiner Genuss ist, auch wenn es mitunter zornig macht.

 

„Wir wissen, dass wir siegen. Wir wissen nur noch nicht, wann.“

Michael Eder von der FAZ interviewte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und ihren Partner Matthias Große über ihren erbitterten Kampf gegen den Eisschnelllauf-Weltverband ISU, Selbstmordabsichten, Rehabilitation als Lebensziel, „falsche“ Funktionäre, 4,4 Millionen Euro Schmerzensgeld und gescheiterte Familienplanung. Warum lesen? Weil man ahnt, wie ein (allem Anschein nach) Doping-Fehlurteil einen Menschen zerstören kann.


„Der Einzelne muss sich mit Humankapital bis an die Zähne bewaffnen.“

Ferdinand Knauß von der Wirtschaftswoche sprach mit dem Soziologen Wolfgang Streeck, der bis 2014 Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung war. Es ging um Symptome des Niedergangs des Kapitalismus, Panik in der Politik, falsche Vorstellungen vom Glück in der westlichen Welt und Parallelen zum Untergang des Römischen Reiches. Warum lesen? Weil man sich unsere kollektive Dummheit nicht oft genug vor Augen halten kann.

 

„Wir leben in einer Konsumgesellschaft und dreimal dürfen Sie raten, warum.“

Nora Zaremba vom Freitag sprach mit Hirnforscher Gerald Hüther über Mut, verirrte Vorstellungen von Glück, antrainierten Egoismus und Gehirnbefriedigung. Warum lesen? Weil Hüther manchmal mehr über uns weiß als wir.

 

„Hauptsache, man ist mal wieder in den Medien.“

Inga Michler von der Welt interviewte Staatsekretärin Dorothee Bär von der CSU – in einem Berliner Schwimmbecken. Es ging um sexy Auftritte im Bikini, kurzen Rock oder in Stöckelschuhen, um Männerkommentare, die Frauenquote und Bärs Selbstinszenierung im Politikbetrieb. Warum lesen? Weil es ein – für PolitikerInnen – erfrischendes Interview ist.

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

 

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