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Die Netzschau durch deutsche Pressegespräche

Interviews, die Sie noch lesen sollten. In KW 01 gefunden auf mz-web.de mit Kondomberater Krause, auf handelsblatt.de mit Ex-Schalke 04-Arzt Rarrack, auf sueddeutsche.de mit Obama-Kritiker Copp, auf faz.net mit IT-Spezi Fefe, auf spiegel.de mit einer Jobcenter-Beraterin, auf taz.de mit Ex-Puffi Müller, auf nordkurier.de mit Körperleser Havener und auf berliner-zeitung.de mit Suchttherapeutin Azoulay

Wir freuen uns über Hinweise auf gute Interviews insbesondere in Lokalzeitungen!

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

Wer spricht mit wem? Müller-Dofel hat den Durchblick (Foto: MMD)

 

„Diese Kondome waren eng wie eine Presswurst.“

Alice Ahlers von der Mitteldeutschen Zeitung interviewte Kondomberater Jan Vinzenz Krause, der Konfektionsgrößen für Gummis entwickelte und sie über das Internet in ganz Europa verkauft. Es ging um Holzpenismodelle zum Testen, seine Datenbank für Penisgrößen, ein Penismaßband zum Downloaden, Feedback befriedigter Kunden, Franzosen-Größen, kleine Griechen und mehr. Warum lesen? Weil Männlein und Weiblein hier richtig was lernen können. Zum Beispiel, dass die meisten Männer Kondomgrößen zwischen :-) und :-) Millimeter Umfang brauchen.

 

„Die Spieler tun mir leid.“

Roman Tyborski und Jörg Hackhausen vom Handelsblatt interviewten den Ex-Mannschaftsarzt des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, Thorsten Rarreck. Es ging um exzessiven Schmerzmittel-Gebrauch, Druck auf Spieler, krasse Praktiken im Ausland, ein umstrittenes Medikament, Doping im Fußball und Verletzungsprävention. Warum lesen? Weil das Thema selten in dieser Tiefe öffentlich besprochen wird. Bravo auch für die Zusatzinfos „Skurrile Fußballer-Verletzungen“ und „Doping-Fälle“ im Fußball.

 

„Das Problem an Obamas Reaktionen ist die fehlende Leidenschaft und Aufrichtigkeit.“

Matthias Kolb von der Süddeutschen Zeitung interviewte den Historiker und New-Yorker-Kolumnisten Jelani Copp über die Anti-Rassismus-Proteste in Ferguson (USA), Parallelen und Unterschiede zur Bürgerrechtsbewegung in den 50-er und 60-er Jahren und um die Rolle von US-Präsident Barack Obama. Warum lesen? Weil man danach Obamas katastrophalen Anerkennungsschwund wieder ein bisschen besser versteht.

 

„Schadprogramme sind wie Streubomben: Man kann prima davon leben.“

Morten Freidel von der FAZ sprach mit dem IT-Sicherheitsfachmann Felix von Leitner (alias Blogger Fefe) über den mutmaßlichen Trojanerangriff auf die Bundesregierung, die Rolle der Geheimdienste, Versäumnisse der Wirtschaft, den Markt für Sicherheitslücken und finanzielle Anreize dafür. Warum lesen? Weil bei IT-Sicherheit die Unsicherheit überwiegt – zu unser aller Schaden.

 

„Wir haben alle einen Alarmknopf unterm Schreibtisch.“

Franziska Reif hat für den Spiegel eine anonym bleibende Jobcenter-Beraterin interviewt. Es ging um kaputte Kunden, abgestumpfte Kollegen, den schlechten Ruf von Arbeitsvermittlern, gefährliche Situationen und fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte. Warum lesen? Weil man daran erinnert wird, warum man alles daran setzen sollte, Jobcenter zu meiden. Ist ja durchaus auch für Journalisten ein Thema.

 

„Der Freier ist die wirkliche Nutte.“

Fatma Aydemir von der taz sprach mit Ex-Nutte und Neu-Rapperin Ewa Müller. Es ging um freiwillige Prostituierte, abgezockte Freier, Wut auf Männer, ihre heftige Kindheit, ihren Freund, dem es egal war, wenn sie „im Puff zehn Schwänze gelutscht“ hat und um das „Stück Sch…“ Sabrina Setlur. Warum lesen? Weil Müller sich nicht zu verstellen scheint und viele ihrer Aussagen genau das Gegenteil davon sind, was Frauen wie Leni Breymaier, die Prostitution verbieten wollen, in Interviews sagen.

 

„Bei Henry Maske hatte ich keine Chance.“

Susann Moll vom Nordkurier sprach mit dem Körpersprache-Experten und Entertainer Thorsten Havener darüber, woher er seine Begabung hat, was ihm sein Studium der Sprachwissenschaften bei Körpersprache-Shows bringt und wie er seine Profession gegenüber seinen Kindern und Freunden bremst. Warum lesen? Weil Körpersprache oft mehr als tausend Worte sagt und Havener genau das zum Nutzen seines Publikums vermitteln will.

 

„Auch Nachbetreuung ist elementar.“

Anke Brodmerkel von der Berliner Zeitung sprach mit Suchttherapeutin Isabelle Azoulay über die Neujahrsvorsätze wie die letzte Zigarette (zu Silvester), den Einfluss des sozialen Umfelds, die richtige Einstellung und Schutzwälle gegen Rückschläge. Warum lesen? Weil das Interview den einen oder anderen Rückfallkandidaten vielleicht schon ein paar Tage weiter bringt.

 

Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal “Gesprächsführung”.

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