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Über das Imagetief der Journalisten und ihren Umgang damit

Die Mehrheit der Deutschen geringschätzt und misstraut Journalisten. Das beeinträchtigt die Qualität unserer Interviews, Recherchegespräche und Publikumsbeziehungen. Dennoch ignorieren wir das Imageproblem. Aus Selbstgefälligkeit?

Ein Beitrag von Mario Müller-Dofel*

Vor ein paar Wochen veröffentlichte das Marktforschungsinstitut GfK seine Studie „Trust in Professions“. Ein Ergebnis: 37 Prozent der Deutschen vertrauen Journalisten. Oder anders herum: 63 Prozent der Deutschen misstrauen uns. Damit landeten wir im Vertrauensranking auf Platz 29 von 32 abgefragten Berufen. Viertletzter! Leider war das zu erwarten, da die „Allensbacher Berufsprestigeskala“ und diverse Hochschularbeiten seit vielen Jahren belegen, dass die Öffentlichkeit von Journalisten reichlich wenig hält.

Kreative Bilanzschönung

Wie die Branche mit den schallenden Ohrfeigen der eigenen Kundschaft umgeht, zeigt einmal mehr die Berichterstattung über die GfK-Studie: In den meisten Redaktionen wurde und wird das miese Journalistenimage entweder stur ignoriert oder online unter den Teppich gekehrt. So stieg Spiegel online in einen Text über die Studie mit dem Imageproblem der „Banker“ ein, obwohl die so bezeichnete Berufsgruppe zwei Plätze vor „Journalisten“ liegt. Auch danach keine Rede von unsereinem. In der zum Text gehörenden Bildergalerie tauchen wir immerhin auf – gleich nach „Politikern“ und „Versicherungsvertretern“, denen, so der Bildtext, „nur die wenigsten vertrauen“. Und unter dem Journalistenbild steht: „Besser als Versicherungsvertreter schneiden Journalisten ab.“ Das ist kreative Bilanzschönung.

Augen zu und durch: Journalisten stellen sich gern blind, wenn es um ihr schlechtes Image geht. (Foto: Light Impression/Fotolia.com)

Noch schöner hakt der (preisgekrönte) Medienredakteur Rainer Stadler von der Neuen Züricher Zeitung das miese Journalistenimage ab: „Wegen solcher Umfragen hat man keinen Anlass, Trübsal zu blasen“, bloggt er und liefert eine Verklärung dazu, die sich bei allem Respekt als selbstgefällig interpretieren lässt.

Besser als Versicherungsvertreter, kein Anlass für Trübsal: Dann ist ja alles gut, könnte man meinen, also weitermachen wie bisher. Doch unser Image ist verheerend, weil es den Job und Erfolge erschwert. Besonders negativ wirkt sich das verbreitete Misstrauen bei Recherchegesprächen und Interviews aus. Und die gehören in allen Mediengattungen zur Jobgrundlage. Doch welcher Gesprächspartner kann einem Journalisten gegenüber schon ehrlich sein, wenn er ihm misstraut? Eine halbwegs offene Kommunikation braucht Vertrauen, ansonsten wird sie zum Kampf um versteckte Interessen – verfälscht, verlogen, mit hinterlistiger Freundlichkeit.

Dringend nötig: Selbstkritik

Diese versteckte Kommunikation kritisieren Journalisten an ihren Gesprächspartnern häufig zu Recht. Jedoch stünde uns auch Selbstkritik gut zu Gesicht. Allein eine öffentliche Reflexion darüber, warum Selbst- und Fremdwahrnehmung bei Journalisten offensichtlich weit auseinander klaffen, würde schon helfen. Erinnern wir uns: Als 2008 die Finanzkrise ausbrach, sagten laut Allensbach nur elf Prozent der Befragten in Deutschland, dass sie Journalisten achten und schätzen. Im Jahr 2011, nachdem insbesondere Politik- und Wirtschaftsjournalisten eingeräumt hatten, vor der Finanzkrise zu unkritisch über das Finanzsystem berichtet zu haben, stieg der Prestigewert auf zuvor lange unerreichte 17 Prozent.

Seither ist er wieder gefallen. Dazu passt eine Studie des Erich-Brost-Instituts, die deutsche Medienmacher im europäischen Vergleich als Schlusslicht in Sachen Kritikkultur sieht: Mehr als ein Drittel der befragten deutschen Journalisten kritisiert nie oder fast nie andere Journalisten, und zwei Drittel werden von Kollegen oder Vorgesetzten nie oder fast nie kritisiert. „Obwohl deutsche Journalisten regelmäßig Politiker und Manager in die Mangel nehmen, sind sie unerfahren darin, den kritischen Blick auf sich selbst zu richten“, resümieren die Studienautoren. Wenn es zu Kritik kommt, dann vor allem zwischen Online- und Printredakteuren. Und die mutiert in den Redaktionen auch noch zu destruktiver Rivalität. Das ist auch deshalb fatal, weil konstruktiver Dissens nachweislich motivierend und qualitätsfördernd wirkt.

Schirrmacher macht’s vor

Jeder von uns kennt Menschen, für die Selbstkritik ein Fremdwort ist. Von denen ziehen wir uns irgendwann zurück, verlieren vielleicht sogar den Respekt vor ihnen. Gut möglich, dass die Branche einen solchen Rückzug nicht nur in der Kommunikation mit Interview- und anderen Gesprächspartnern zu spüren bekommt, sondern auch in Form sinkender Nachfrage bei vielen journalistischen Formaten. Das wäre ein hoher Preis für die Ignoranz unseres Imageproblems. Gut, dass es auch Leute wie FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher gibt, der jüngst ZDF-Anchorman Claus Kleber für dessen Interview mit Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser öffentlich die Meinung geigte. Dazu sagte ZDF-Vizechefredakteur Elmar Theveßen bislang kaum mehr, als dass er die Kritik „überhaupt nicht“ teilen würde.

Journalisten dürfen nicht länger die Augen verschließen vor dem Imageproblem. Aktionismus bei der Themenauswahl, unausgewogene Themendrehs, Fehleinschätzungen hinsichtlich der Publikumsbedürfnisse und schnell verderbliche Quotes lassen bei einer kritischen Öffentlichkeit den Eindruck entstehen, dass wir Egozentriker sind, die immer nur die nächste Sau durchs Dorf treiben wollen. Dies sollten wir alle zum Anlass nehmen, uns zu hinterfragen und grundlegende Defizite der Branche zu analysieren. Zum Beispiel

  • mangelhafte Organisation von Redaktionsabläufen und journalistischen Produkten,
  • kommunikative Schwächen in Chefredaktionen, die Frust in der Belegschaft schüren,
  • zu wenig Anerkennung für Journalisten mit sachdienlichem Diskurswillen,
  • destruktives Management von positiven Konflikten,
  • die Neigung, sich mit geringer handwerklicher und ethischer Qualität zufrieden zu geben und
  • schwach ausgeprägte Alterozentrierung.

Hoffnung macht, dass deutsche Journalisten in der Studie des Erich-Brost-Instituts an erster Stelle bei der Zustimmung zu folgendem Statement liegen: „Die Menschen vertrauen eher solchen Medien, die Korrekturen und Entschuldigungen veröffentlichen.“

Dann korrigieren wir doch endlich! Uns. Öffentlich.

 

*Mario Müller-Dofel ist beim Bildungswerk der Zeitungen verantwortlich für das Serviceportal „Gesprächsführung“.

 

Do, 03.04.14, 15 Uhr: Feedback zu Euren bisherigen Kommentaren

Wie sieht der Journalist mit Top-Image aus?

Hallo zusammen, als Autor des oben stehenden Beitrags lese ich Eure Kommentare hier im Blog und auf Twitter hoch interessiert, zumal es in der Journalismus-Debatte zuletzt viel darum ging, ob  Journalisten Eure Kommentare ignorieren oder wertschätzen sollten. (Hier gibt es interessante Meinungen dazu.) Ich gebe Euch gerne Wertschätzung zurück – in Form eines ehrlichen Feedbacks:   

Zu allererst freue ich mich über Eure Beiträge. Doch die genaue Lektüre dämpft das Gefühl. Der Grund: Ihr drückt überwiegend aus, was Euch im Rückblick an Journalisten und Medien nicht gefällt. Leider liegt es in der Natur des Menschen, dass er sich bei Kritik an vergangenen Verhaltensweisen häufig abwendet (daran kann er eh nichts mehr ändern). Auch deshalb gibt es für rückwärtsgewandte Kritik viel weniger offene Ohren in Redaktionen als für Hinweise dazu, was künftig besser laufen muss. Deshalb meine Frage:

Wie müssen Journalisten und Medien sein, damit Ihr uns ein besseres Image zuschreibt?

Gebt uns etwas, auf das wir hinarbeiten können! Und bitte konkret, denn in unkonkrete Aussagen kann jeder hineininterpretieren, was ihm bequem ist.  

Herzlichen Dank!
Mario Müller-Dofel

30 Antworten auf “Kommentar zum Journalistenimage: Der hohe Preis der Ignoranz”

  1. Frank Eckert

    Der Journalismus stirbt nicht; er bricht um. Sein Publikum beaufsichtigt ihn, und das ist gut so. Selbstgerechtigkeit ist die Tugend der Gestrigen in diesem Beruf. Demut vor der Information und dem zu vermittelnden Publikum ist mehr denn je gefragt. Was das bedeutet: Medienmacher haben die Chance sich neu aufzustellen und sie haben die Pflicht ihre Recherche transparent darzulegen und nachvollziehbar zu machen. Warum? Nur so werden wir erst verstehen, was, warum und wie geschieht. Das klingt einfacher als es umzusetzen ist. Es gibt kein Richtig oder falsch mehr, sondern nur noch ein nachvollziehbar oder nicht. Politische Auffassungen sind dabei eher zweitrangig, weil man sie einordnen kann und sich mit ihnen auseinander setzen kann. Ach, und was immer gern vergessen wird: Der Journalismus besteht nicht nur aus der Bild-Zeitung und dem Springer-Konzern. Die meisten Redakteure arbeiten bei Regionalzeitungen, von denen es in Deutschland über 200 Titel gibt. Sie alle über den Kamm des Springer-Konzerns zu scheren, alle als „Lügenpresse“ herabzuwürdigen, ist nicht minder undiffenziert und führt am Problem vorbei – dem Verhältnis zwischen Leser/Konsumenten und Zeitungen/Medien.

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  2. Patrick

    Der Journalimus ist gestorben, ich weiß nicht genau wann. Jedenfalls würde ich niemals mehr auch nur einen müden Cent, für sogenannten Qualitätsjournalismus, ausgeben. Wenn ich den Transatlantik Einheitsbrei lesen möchte, reicht mir auch reuters. Sucht euch andere Jobs oder erinnert euch eurer Wurzeln.
    Konkrete Vorschläge: Streicht den Boulevardteil aus Politikzeitschriften, Jeder zweite Artikel heutzutage ist lediglich eine „Meinung“, danke die habe ich selbst. Da brauche ich mir nicht erzählen zu lassen, wie jemand anderes es gerne hätte und dafür auch noch Geld bezahlen? Hallo? Realität? Damit ich ständig meinungen von leuten ertrage, müsste ICH bezahlt werden, nicht ihr
    Differenzierte Berichterstattung. Habe ich seit Jahren nciht mehr gesehen – NIRGENDWO – doch in Blogs – also wofür Zeitungen kaufen?
    Interviews. Das Ergebnis der Interviews steht doch fast immer im Vorfeld fest. Der Fragende hat seine Meinung und versucht suggestiv, die Antworten die er gerne hätte zu bekommen. Funktioniert das nicht, werden Interviews oft in seichte Gefilde gelenkt –> Boulevard.

    Ganz ehrlich, Zeitungen? geht einfach sterben!

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  3. HackAR

    Was ihr besser machen solltet?
    1. Agenturenmeldungen hinterfragen. Ruhig annehmen, dass diese falsch ist, überprüfen. Falls die Aussage nicht verifizierbar ist, klar als solche deklarieren.
    2. Bei vielen Meldungen gibt es mehr als eine Seite. Alle Seiten gehören dargestellt.
    3. Annehmen, dass die andere Seite recht hat und überprüfen.
    4. Beweise vorzeigen, nicht Behauptungen in die Welt setzen.
    5. Lest eure Artikel durch und entfernt alle suggestiven Methoden.
    6. Allgemein auf unterschwellige sprachliche Mitteln verzichten.

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    • Mario Müller-Dofel

      Danke, HackAR, so meinte ich es. Weil dieses Portal „Gesprächsführung“ heißt, noch eine Frag an alle: Habt Ihr auch konkrete Kritikpunkte in Bezug auf journalistische Interviews? Wenn einige Anregungen mit Substanz zusammenkommen, mache ich daraus in der zweiten Aprilhälfte einen Artikel für dieses Portal.

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      • Branislav Hillmann

        In der Interview Führung verlange ich von guten Journalisten das sie ihren Gesprächspartner auf dem Zahn fühlen und sich nicht in irgendwelchen Talkshows noch mit den Handelnden verbrüdern und auf Menschen mit anderer Sichtweise ein prügeln.

        Das Menschen wie Snowdwn usw auch noch von einigen aus der Presse verdammt werden ist dich ein Witz, Daniel Ellsberg wird doch heute noch als Verräter abgestempelt anstatt so ehrlich zu sein und sich einzugestehen das er das perfide Systen bloß gestellt hat, von Watergate, Spiegelaffäre usw… gar nicht zu reden.

        Heute wird mit den mächtigen gekuschelt und alles als Verschwörungstheorie abgetan……

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    • der sascha

      Unter jedem Artikel sollte der Verfasser schreiben: „Es gibt viele Meinungen. Das hier ist meine dazu und erhebt keinen Anspruch, die einzig wahre Meinung zu sein.“

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  4. Torsten Williamson-Fuchs

    Das Problem in der Berichterstattung ist die Nähe zur Macht bzw. zur Politik. Niemand berichtet wirklich unbefangen – Beispiel Krim. Alle plappern nur dpa nach: eine Krankenkasse veröffentlicht irgendeine Studie, dann wird dies zur Meldung. Niemand fragt, ob solche Studien ureigene Aufgaben der Kasse sind. Im dualen System von Staatsfern-Sehen und großen Meinungsmarken wird sich nichts ändern. Hoffnung auf Besserung wäre naiv.

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  5. Schulze

    Wenn ich mir einige Kommentare hier so angucke (die Medien seien ja viel zu links und anti-patriotisch und weißnichtwas…), denke ich, dass dieses Land wohl leider die Presse bekommt, die es auch verdient.

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  6. Privat

    Mehr Zensur braucht das Land!
    Prantl in der SZ regt sich regelmäßig fürchterlich auf und gibt dem BVG Nachhilfeunterricht, wenn sich das mal für die Meinungsfreiheit entscheidet. Dieser Logik gemäß wird dort ein Account eines Lesers gelöscht, der seit Jahren kommentieren, weil er so dreist ist, Kissinger als Massenmörder zu bezeichnen und hinzufügt, dass bei dessen Tod in der SZ wohl keine Kommentare erlaubt sei werden (eine Anspielung auf den Massenmörder Sharon und die Blockierung von Kommentaren). Kritik an den Medien ist unerwünscht.

    Selbstkritik? Nein, danke!
    In der SZ kann ein Thomas Urban über die vaginale, anale und orale Vergewaltigung eines Kindes durch den 43-jährigen Polanski schreiben, das sei die „Verführung einer Minderjährigen“ gewesen und niemand in der deutschen Presse bemerkt diese unsägliche Formulierung auch nur! Soweit zur Bereitschaft, auch nur die allerschlimmsten Auswüchse zu kritisieren.

    Die Mail eines ARD-Mitarbeiters war dagegen geradezu rührend. Der erklärte allen Ernstes, ich könne doch nicht erwarten, dass mein Kommentar (auf tagesschau.de) veröffentlicht werde, wenn ich der ARD darin Zensur vorwürfe. – ROFL

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  7. Patrick

    Was am allermeisten nervt sind doch Journalisten, die Journalismus studiert haben und also von keinem Thema eine fundierte Ahnung haben, sich aber dennoch „tausendgscheit“ vorkommen.

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    • Torsten Williamson-Fuchs

      Nein, am allermeisten nerven Leute, die ein Journalistikstudium höhnisch abwerten. In den meisten mir bekannten Fällen handelt es sich um „Grenzgänger“, die nach 1990 in den Osten gekommen sind und selbst keine Uni besucht haben…

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  8. mitm

    Man müßte eigentlich genauer unterscheiden, ob das ein Imageproblem der Journalisten oder der Medien ist, denn letztlich geben die Herausgeber die großen Linien vor. Als Leser kann man kaum unterscheiden, ob ein Journalist freiwillig oder gezwungenermaßen einseitig berichtet.

    Was die Journalisten als Personen betrifft, so ist die Abweichung vom politischen Spektrum der Bevölkerung gravierend. Die extreme Überrepräsentanz von grünen bzw. SPD-nahen Weltanschauungen bzw. Parteizugehörigkeiten dürfte ein entscheidender Grund für das aufgekommene Mißtrauen sein. Eine wesentlich Rolle dabei spielt mMn., daß klassische grüne Politikfeder wie Umweltschutz, Energiewende oder Feminismus, für die z.B. die ZEIT oder Süddeutsche sei Jahrzehnten unkritisch und gebetsmühlenartig Propaganda machten und machen, inhaltlich ein Desaster waren, nachdem die ganzen inneren Widersprüche so langsam offensichtlich werden. Das Imageproblem der Journalisten und die Stimmenverluste der Grünen hängen nach meinem Eindruck eng zusammen.

    Ich persönlich nehme die meisten Journalisten nur noch als Missionare ihrer i.d.R. grünen bzw. bei der Welt oder FAZ konservativen Weltanschauung wahr. Das eigentlich spannende an vielen Texten ist oft nicht der eigentliche Inhalt, sondern die Frage, mit welchen Auslassungen und Formulierungstricks die nackten Fakten zu einer politische Botschaft umgebogen werden

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    • lupe

      „Als Leser kann man kaum unterscheiden, ob ein Journalist freiwillig oder gezwungenermaßen einseitig berichtet.“

      Könnten Sie es unterscheiden, was hätten Sie davon?
      Sie wüssten lediglich, wer ein Feigling ist und wer aus innerer Überzeugung Märchen verbreitet, die er nicht für Märchen hält.

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      • man.in.th.middle

        „Könnten Sie es unterscheiden, was hätten Sie davon?“
        Nichts.
        Es ging mir darum, daß bzw. ob die Journalisten alleine verantwortlich für das schlechte Image sind oder ob die Herausgeber mitschuldig sind, weil sie die imageschädigende tendenziöse Berichterstattung vorschreiben.

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  9. Meier, Karl

    Das Problem ist leider ein viel grundlegenderes: Die Einseitigkeit der politischen Richtung der journalistischen Arbeit ist zwar bekannt (antipatriotisch, antichristlich, antikonservativ), sie war aber von Anfang der BRD an von den maßgeblichen Kräften gewollt. Die Westalliierten haben nur solchen Personen Zeitungslizenzen erteilt, die geeignet schienen, das Publikum umzuerziehen. Und das hieß nicht nur, zu Demokraten zu erziehen, sondern auch zu Nichtpatrioten, zu Verfügungsmasse für alliierte Pläne.
    Die Journalistenschulen in Hamburg und München atmen bis heute den gleichen Geist.

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  10. Thomas Weber

    Journalisten sind diejenigen, die als „Vierte Gewalt“ eigentlich Sorge um Rechtsstaat, Demokratie und last but not least Menschenrechte zu tragen hätten.

    Und sie versagen hierbei zusehends.

    Auch ich überspringe immer häufiger den Artikel eines „kompetenten“, studierten Journalisten, und wechsle stattdessen direkt in den Kommentarbereich, da ich die Erfahrung mache, dass sich dort Kompetentere zur Thematik äußern. Immerhin.

    Antworten
  11. Klaus

    In manchen Bereichen erscheint mir die journalistische Berichterstattung tendenziös. Erst die Lektüre der Leserkommentar relativiert die Einseitigkeit. Wenn sich dann noch Journalisten öffentlich gemein machen mit einer Sache und in dieser Sache dann entsprechend einseitig kommentieren, dann finde ich das zumindest bedenklich. Ich denke hier z.B. an die Initiative „Pro Quote“ also Pro Frauenquote…

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  12. Carl

    Journalisten wollen heute Volkserzieher sein. Für eine Sache, an die sie glauben. Ein mündiges Volk will nicht erzogen werden, es möchte selbst denken. Das wollen wiederum Journalisten nicht, sie mißtrauen dem Volk; und genau dieses Mißtrauen ist dann die Ursache, daß die Bevölkerung den Journalisten ebenfalls mißtraut. Für den Journalismus wäre es an der Zeit, sich wieder des Wortes Hajo Friedrichs zu erinnern: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, ….“ Das ist richtig. Davon ist der gegenwärtige Journalismus indessen meilenweit entfernt.

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  13. Crimson

    Ich bin Journalist bei einer Regionalzeitung. Wir haben kein schlechtes Image. Im Gegenteil, mein Beruf stoßt bei anderen Menschen nach meiner Erfahrung in aller Regel auf Interesse und Respekt.

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    • hiro

      Sehr anschaulich, wie Sie jede Kritik einfach an sich abperlen lassen. So ist es in der Tat kein Wunder, wenn der Ruf von Journalisten immer schlechter wird.

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    • lupe

      Welche Regionalzeitung ist gemeint? Hat sie in den vergangenen zehn Jahren ihre Auflage kontinuierlich steigern können? Das wäre ein Zeichen von Interesse. Ob der Beruf auf Interesse stößt, ist dabei völlig egal.

      Die Regionalzeitung, die ich neun Jahre lang beobachtete, büßte Jahr für Jahr zahlende Leser ein.

      Antworten
    • Tedesci

      Regionale Zeitungen,zumindest die die ich kenne, übernehmen größtenteils von der dpa. Und der kleine Teil, der sich auf den Ort bezieht, ist immer tendenziös, einseitig, grün, links und somit unprofessionell.

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  14. Mike

    Sorry ein Ps noch: Journalisten sind immer die ersten, die sich zusammenrotten und laut nach Rücktritten brüllen. Wann ist denn mal ein Journalisten zurückgetreten, der dem Job nicht gewachsen war und großen Schaden bei Unschuldigen angerichtet hat?

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  15. Mike

    Ich denke, da ist größtenteils der Zug abgefahren. Journalisten haben ja auch keine Konsequenzen zu befürchten, da selbst widerlichste Missbräuche der Pressefreiheit minimal bestraft werden. Was sind denn 20.000€ Strafe für einen Konzern wie Axel Springer? Was bringt der Presserat, wenn er ethisches Versagen nur verbal anprangert und so wirkungsvoll ist wie ein Schneeball in der Hölle? Er spricht ständig Rügen aus und kratzt es jemanden? Ändert sich etwas`?
    Nein, weil Journalisten es sich bequem gemacht haben in ihrer Position. Sie können von dort auf ihre Meinungen breit verkünden und unliebsame Menschen gezielt fertig machen ohne jemals Konsequenzen befürchten zu müssen, wie sie jede andere Branche hat. Da ist Machtmissbrauch vorprogrammiert.
    Den allermeisten Journalisten fehlt die Selbstwahrnehmung völlig. Nach dem Schuhmacher-Unfall nahm das groteskte Züge an. Da standen dann Journalisten vor dem Krankenhaus und erzählten, dass die Familie sich wünscht, dass die Journalisten sich zurückziehen und die Ärzte in Ruhe arbeiten lassen. Nicht im Ansatz verstande, dass sie selbst gemeint waren. Und dass sich dann sogar noch ein Journalist als Priester verkleidet auf versuchte auf die Intensivstation uz schleichen…das wäre früher ein Riesenskandal gewesen. Heute überrascht niemanden mehr so ein Verhalten bei Journalisten.

    Gegen einen fast machtlosen Biedermann wie Wulff wird eine Riesenkampagne gefahren, die den Menschen und sein Privatleben gezielt zerstört, bei Waffendeals und Überwachung ist aber Stille im Blätterwald. Wieso wird da nichtmal ein Verantwortlicher durchs Dorf getrieben?

    Die Pressefreiheit wird doch gar nicht mehr dazu genutzt, die Mächtigen in Wirtschaft und Politik in Schach zu halten, sondern Prominente oder Unliebsame fertig zu machen. Sobald jemand Journalisten öffentlich kritisiert oder ein Interview verweigert setzt kein Denkprozess ein, der versuch zu ergründen, warum die Person kritisiert und ob sie Recht hat, nein es wird ein Kollege damit beauftragt den Kritiker publizistisch anzugreifen.

    Was übrigbleibt ist eine Kaste selbstverliebter, machtmissbrauchender Gockel, die nach oben buckeln und nach unten treten und vollkommen kritikresistent sind. Wieso auch? Ihnen kann ja niemand etwas.

    Ich denke nicht, dass es einen größeren Schlag ins Gesicht geben kann, als unter Bankern im Ansehen zu stehen und vor allem als korrupter zu gelten als das Parlament. Wurden darauf Konsequenzen gezogen? Ne, man hat lieber wieder die Menschen bepöbelt anstatt es sich zu Herzen zu nehmen.

    Antworten
    • Lafi Frobel

      Sehr guter Leserkommentar Mike nur:
      „Die Pressefreiheit wird doch gar nicht mehr dazu genutzt, die Mächtigen in Wirtschaft und Politik in Schach zu halten, sondern Prominente oder Unliebsame fertig zu machen.“

      war denn das früher so?
      Im Zeitalter der elektronischen Aufklärung (nein die Nachrichtendienste sind hier nicht gemeint) findet man auch positive Journalistische Beispiele. Die Nachdenkseiten möchte ich hier ausdrücklich erwähnen.

      Antworten
  16. John

    Die Kommentarspalten der Leser sind oft von mehr Sachkompetenz geprägt als der journalistische Artikel selbst.

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